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Aktuelles

Grafik: Ondine Pannet Foto. Arne Schmitt

Frankfurt (Oder)

Wir freuen uns sehr auf unseren Besuch in Frankfurt(Oder) mit "Umzug in eine vergleichbare Lage"!

Zu den Aufführungen stellen wir die neu erschienene Publikation zum Stück vor, die ab jetzt über uns, den RpB Verlag oder zu den Vorstellungen erhältlich ist. Mehr Infos dazu auch unter Publikationen hier auf unserer Website.

→ 22.10.21 lAbiRynt Festival Frankfurt (Oder)

Drei Stücke beim KunstSalon-Theaterpreis

Wir freuen uns, mit Euch, dem Analogtheater und dem Wehr51 zu feiern, egal wer gewinnt! → Die Preisverleihung ist am 3. Juli 2021 um 19:30 Uhr

Hier gehts zur Veranstaltung: https://www.kunstsalon.de/veranstaltung/kunstsalon-theaterpreis-2021-artmannduvoisin-umzug-in-eine-vergleichbare-lage/

Noch bis zum 30.6. in der tanzhaus nrw Mediathek

In bester Gesellschaft und ihr könnt alle fünf Stücke für fünf Euro gucken!

https://tanzhaus-nrw.de/de/veranstaltung/2021/06/tanzhaus-nrw-mediathek

Umzug in eine vergleichbare Lage im Kunsthafen Köln

Erste Live-Aufführungen
am 18. und 19. Juni, 20 Uhr

im Kunsthafen Köln, Bayenstraße 28, 50678 Köln

Eintritt 10/12 €, begrenzte Platzzahl.
Tickets unter tickets_artmannduvoisin@web.de

Umzug in eine vergleichbare Lage bei tanz nrw 21

Wir freuen uns sehr, unser Stück im Rahmen des Festivals tanz nrw 21 am 7. Mai online zu zeigen. Diese Woche eröffnet das Festival am 28. April mit Reut Shemeshs Cobra Blonde, das wir sehr empfehlen!
Wir veröffentlichen hier unter Nachrichtenhören und auf der Website von tanz nrw ab Donnerstag täglich Miniatur-Radiosendungen zum Thema Nachrichtenhören, die wir im Rahmen von tanz.match gemeinsam mit Diana Treder, Constanze Schellow und Annie Bloch produziert haben.

Foto: Ale Bachlechner

Umzug in eine vergleichbare

Uraufführung

11.–13.03.2021
tanzhaus nrw

Grafik: Ondine Pannet

Produktionen

Fotos: Arne Schmitt

Umzug in eine vergleichbare Lage

Was bedeutet es Zeitzeug*in zu sein? Welche besonderen Mittel haben Tänzer*innen, Zeitgeschehen zu bezeugen und zu dokumentieren? Und wie wird dieses Dokumentieren zu einer politischen Handlung? In Anlehnung an Simone Fortis „News Animations“ hören und verarbeiten Artmann&Duvoisin die Körperlichkeit von Radionachrichten und erforschen den Weg vom Wort über die Sprache zur Geste, die den Körper einnimmt und damit den Worten eine physische Realität verleiht. Während sich im Frühjahr 2020 das Coronavirus in den EU-Ländern verbreitet, befinden sich an den europäischen Grenzen tausende geflüchtete Menschen unter katastrophalen Bedingungen, über deren Situation nur unzureichend berichtet wird.
Artmann&Duvoisin suchen nach dem Potential eines Tanzens über die Nachrichten, um subtile Formen von Entmenschlichung einerseits spürbar zu machen und diese zugleich durch tänzerische Handlung und die Präsenz der Performer*innen auf der Bühne herauszufordern. Die Performer*innen agieren dabei als Archiv sowohl der Geschehnisse als auch der spezifischen Lage, aus der heraus die Geschehnisse erlebt oder aus der Ferne bezeugt werden. Kann ein körperlicher Zugang zu medial bezeugtem Zeitgeschehen jenseits von vergeblichen Versuchen der Einfühlung oder immersivem Voyeurismus aktivierend wirken?

„Umzug in eine vergleichbare Lage“ überlagert tänzerische Handlungen mit einer live gesprochenen, akustisch verstärkten und verfremdeten Textmontage. Fast unmerklich entsteht dadurch eine Verschiebung zwischen Fürsorglichkeit und Grausamkeit, zwischen Solidarisierung und Ausgrenzung, die das Publikum mit den Atmosphären und Brüchen des vergangenen Frühjahrs konfrontiert.

Nominiert für den KunstSalon-Theaterpreis 2021
→ Ausgezeichnet für den Publikumspreis

Teaser:

Teaser: Ale Bachlechner

Credits:

Konzept und Choreografie: Artmann&Duvoisin
Tanz: Diana Treder, Anne-Lene Nöldner, Samuel Duvoisin, Elsa Artmann
Video: Ale Bachlechner
Licht: Jan Wiesbrock
Musikalische Betreuung: Annie Bloch
Outside Eye: Silvia Ehnis Perez Duarte, Khadidiatou Bangoura
Kostümassistenz: Anna Artmann
Dramaturgische Beratung: Constanze Schellow
Grafikdesign: Ondine Pannet
Produktionsassistenz: Caroline Skibinski

Eine Produktion von Artmann&Duvoisin, koproduziert durch das tanzhaus nrw.

Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Köln, das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste, Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Unterstützt durch KunstSalon-Stiftung, Quartier am Hafen, Kunststiftung NRW, international Dance Artist Service NRW

Termine:

→ 15.10.21 MOVE! – 20. Krefelder Tage für modernen Tanz

→ 22.10.21 lAbiRynt Festival Frankfurt (Oder)

Vergangene Termine:

→ 13.3.21 tanzhaus nrw, Düsseldorf
→ 12.3.21 tanzhaus nrw, Düsseldorf
→ 11.3.21 tanzhaus nrw, Düsseldorf
→ 7.5.21 TANZ NRW, Köln
→ 18.6.21 Kunsthafen, Köln
→ 19.6.21 Kunsthafen, Köln
→ 20.-30.6.21 tanzhaus nrw, Düsseldorf
→ 2.-3.7.21 KunstSalon-Teaterpreis, Köln
→ 30.09.21 (Rh)einfach Fest!, TanzFaktur, Köln

Presse:

Kölnische Rundschau vom 22.06.21, Am Rand der Erschöpfung von Thomas Linden

Fotos: Ale Bachlechner

Pressspan

Pressspan ist eine performative Auseinandersetzung mit Wohnverhältnissen am Beispiel Köln-Mülheim. Wir luden uns zu Kurzresidenzen in die Privatwohnungen unserer Nachbar*innen ein, veränderten deren Räumlichkeiten mit Pressspan aus dem Mülheimer Sperrmüll und machten sie in Wohnperformances der Öffentlichkeit zugänglich. Die im Privatraum entstandenen Choreographien thematisieren räumliche und soziale Verhältnisse performativ. In Interaktion mit den architektonischen Gegebenheiten macht der Tanz Dimensionen von Ungleichheit, günstiger und schlechter Lage körperlich erfahrbar. Die Bühnenfassung von Pressspan führt die begangenen Interieurs tänzerisch und skulptural zusammen und lädt zur Konfrontation mit den uns umgebenden Wohnverhältnissen ein.

Ausgezeichnet mit dem KunstSalon-Theaterpreis 2020

Konzept/ Choreografie: Elsa Artmann und Samuel Duvoisin, Performance: Diana Treder, Anne-Lene Nöldner, Samuel Duvoisin, Elsa Artmann, Dramaturgie: Maren Zimmermann, Video: Ale Bachlechner

Gefördert durch: Kulturamt der Stadt Köln, Kunststiftung NRW, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste / Unterstützt durch: TanzFaktur Köln, Artist-in-Residence-Programm des Zentrums für Austausch und Innovation Köln, iDAS NRW

Trailer:

Trailer: Bachlechner & Kastel

Termine:

→ noch wenige Briefperformances erhältlich mehr Infos dazu unter Publikationen

Vergangene Termine:

→ 05.12.2020 Zoom Performance
→ 04.12.2020 Zoom Performance
→ 24.10.2019 Kulturbunker Köln-Mülheim
→ 24.10.2019 Kulturbunker Köln-Mülheim
→ 23. Oktober 2019, Kulturbunker Köln-Mülheim

Foto: Artmann&Duvoisin

Hätten Sie von sich aus die Familie erfunden?

Für mehr Respekt vor der Familie. (CDU)

Mehr Sicherheit für unsere Frauen und Töchter. (AfD)

Tod durch die Kugel, oder hinter Gitter Couseng - für die Familie. (KMN Gang)

„Hätten Sie von sich aus die Familie erfunden?“ ist eine Recherche an zwei Orten: Straße und Studio. Vor dem Hintergrund der Werbung für die Familie im Bundes-

tagswahlkampf 2017 beginnen wir in unserer Nachbarschaft eine Auseinandersetzung damit, was die Familie leistet und für wen, und ob sie vielleicht einmal eine Pause machen sollte - über die scheinbare Notwendigkeit und die Tücken von Zugehörigkeit. Auf der Bühne stellen wir Verwandtschaft her: Wir nutzen unser Wissen um das Herstellen und Mitteilen körperlicher Zustände, um unsere körperlichen Beschaffenheiten einander anzunähern und symbiotisch zu verknüpfen.

Wir basteln aus den Schlagwörtern eines politischen Diskurses zur Familie (dem „Müttermanifest“ der Grünen aus den 80ern und einer Gegenschrift von Ingrid Strobl: „Blackout grüner Mütter“) ein Mobile aus Papier und Bewegung; wir nehmen die entstehenden Beziehungen zwischen den Körpern ernst als Gegenstand der Beobachtung und Theoriebildung, als Grundlage zu unserer „Erfindung“ der Familie.

“Hätten Sie von sich aus die Ehe erfunden?”, fragt Max Frisch in seinem Fragebogen zur Ehe. Wir tauschen die Ehe aus durch die Familie. Was, wenn für die Mehrheit der Menschen das Versprechen von “privater” Erfüllung, von Fürsorge, von Intergenerationalität anderswo situiert wäre als in der Familie? Zugleich muss ich anerkennen: Bevor von einem Ich, das einmal etwas erfindet, überhaupt die Rede sein konnte, hat die Familie mich erfunden; und alle Kritik und aller Wunsch zur Veränderung steht im Zusammenspiel mit meiner eigenen Inkorporierung “familistischer” Moral und Sentimentalität.

Nominiert für den KunstSalon-Theaterpreis 2019

Credits:

Von und mit: Elsa Artmann, Samuel Duvoisin, Anne-Lene Nöldner, Diana Treder und Kelvin Kilonzo
Video: Ale Bachlechner
Grafik: Ondine Pannet

Eine Produktion von Artmann&Duvoisin, koproduziert durch das tanzhaus nrw.

Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Köln, Unterstützt durch das Artist-in-Residence-Programm von Zentrum für Austausch und Innovation Köln

Trailer: Bachlechner & Kastel

Vergangene Termine:

05.06.2019, Orangerie-Teater, Köln
13.12.2018, Tanzfaktur, Köln
12.12.2018, Tanzfaktur, Köln
03.11.2018, tanzhaus nrw, Düsseldorf
02.11.2018, tanzhaus nrw, Düsseldorf

Presse

(...) Den Anfang machte eine Kooperation zwischen Elsa Artmann und Samuel Duvoisin, die auch beide als Performer Teil ihres Stückes waren. Unter dem Titel „Hätten Sie von sich aus die Familie erfunden?“ – eine Referenz an Max Frischs „Hätten Sie von sich aus die Ehe erfunden?“ – verhandelten sie auf eindrucksvolle Weise Rollenbilder, selbst-reflexive Introspektive, die sich in einer rein wirkenden Vorstellung entäußerte. Auf der Bühne steht ein Trampolin, das immer wieder von den beiden und den weiteren Akteuren Kelvin Kilonzo, Anne-Lene Nölder und Diana Treder für ihre assoziativ aufgeladenen Bewegungen genutzt wird. Ein Mobile hängt von der Decke, das in abstrakten Figuren die Abhängigkeiten von gesellschaftlichen Strukturen skizzieren soll.

Zunächst weiß man nicht so recht, wohin die Reise dramaturgisch gehen soll. Doch das Stück ist stringent, wenngleich auch bisweilen etwas lose verspielt und in seiner Zeichenhaftigkeit etwas diffus. Eine zentrale und beeindruckende Idee ist das Befragen, das sich sowohl ganz verbal – auch gegenüber dem Publikum – als auch gestisch abzeichnet. Was denken wir, wie fühlen wir und welche Konsequenzen ergeben sich daraus? Wie ist unsere Weltsicht von unseren Vorstellungen eingenommen und welches Rollenbild liegt diesem zu Grunde? Um dies choreografisch umzusetzen, bedarf es neben einer gestischen Sprache, die vielleicht bisweilen etwas an Pina Bausch erinnern mag, aber auch Erläuterungen. Diese werden dem Publikum nicht zuletzt in Form von Postkarten an die Hand gegeben, die man vor Ort erwerben konnte und die etliche Hinweise als Schlüssel für die Performance bieten. (...)

Christian Oscar Gazsi Laki, Westdeutschen Zeitung, 15.12.2018

Publikationen

Fotos: Artmann&Duvoisin

Umzug in eine vergleichbare Lage – Skript

Umzug in eine vergleichbare Lage ist ein Skript des gleichnamigen Tanzstücks, das im März 2021 im tanzhaus nrw Premiere hatte. Es vereint szenischen Text, Nachrichtentexte und Bewegungsbeschreibungen und setzt die choreografische Auseinandersetzung mit dem Problem körperlicher Zeitzeug*innenschaft medial bezeugten Zeitgeschehens fort.

Was bedeutet es Zeitzeug*in zu sein? Welche besonderen Mittel haben Tänzer*innen, Zeitgeschehen zu bezeugen und zu dokumentieren? Und wie wird dieses Dokumentieren zu einer politischen Handlung? In Anlehnung an Simone Fortis „News Animations“ hören und verarbeiten Artmann&Duvoisin die Körperlichkeit von Radionachrichten und erforschen den Weg vom Wort über die Sprache zur Geste, die den Körper einnimmt und damit den Worten eine physische Realität verleiht. Während sich im Frühjahr 2020 das Coronavirus in den EU-Ländern verbreitet, befinden sich an den europäischen Grenzen tausende geflüchtete Menschen unter katastrophalen Bedingungen, deren Situation zu einer Meldung von vielen wird.


Artmann&Duvoisin suchen nach dem Potential eines Tanzens über die Nachrichten, um subtile Formen von Entmenschlichung einerseits spürbar zu machen und diese zugleich durch tänzerische Handlung herauszufordern. Die Performer*innen agieren dabei als Archiv sowohl der Geschehnisse als auch der spezifischen Lage, aus der heraus die Geschehnisse erlebt oder aus der Ferne bezeugt werden. Kann ein körperlicher Zugang zu medial bezeugtem Zeitgeschehen jenseits von vergeblichen Versuchen der Einfühlung oder immersivem Voyeurismus aktivierend wirken?

13 x 20 cm, 82 Seiten, 7 Farbabbildungen
RpB Verlag, Köln, 2021

in deutscher Sprache

ISBN 978-3-9817241-5-8

12,- €

Gestaltung: Ondine Pannet, Bureau Est

Foto: Artmann&Duvoisin

Briefperformance
Pressspan

Die Post Edition Pressspan ist eine Adaption unserer Bühnenarbeit Pressspan zum Zuhause übers Wohnen nachdenken. Ein Brief enthält eine limitierte Edition, einen Postkartenroman und den Zugangslink für eine Performance, die du selbst zuhause teils ausführen und teils bezeugen kannst.

Auflage 35 Stück

Über uns erhältlich.
artmann.duvoisin@gmail.com

12 Euro inkl. Versand.

Grafik Ondine Pannet

Postkartenroman
Pressspan

14 Handlungsanweisungen zum Nachdenken über (eigene und andere) Wohnverhältnisse, günstige und schlechte Lagen, 18 Ausschnitte aus Interviews zum Thema Wohnen in Köln-Mülheim, 4 Tangram-Zeichnungen.

14, teilige Postkarten Edition,
Köln, 2020

Über uns erhältlich.
artmann.duvoisin@gmail.com

8 Euro inkl Versand

Kollaborationen

Aufzeichnung einer Reihe plötzlicher Bewegungen

Recherche im Rahmen des Mentoringprogramms des NRW Landesbüros Freie Darstellende Künste und der Kunststiftung NRW

Teilnehmer*innen: Diana Treder, Anne-Lene Nöldner, Samuel Duvoisin, Khadidiatou Bangoura , Ale Bachlechner, Elsa Artmann


Gemeinsam mit den Mentor*innen Annie Bloch, Philipp Blömeke, Anni Heller, Yousif Al Shewaili und Anke Stelling befassen wir uns mit verschiedenen Aspekten körperlichen Bezeugens von medial vermittelten Ereignissen mit Blick auf die Menschenrechtsverletzungen an den europäischen Außengrenzen.
Das Mentoring umspannte ein gemeinsames Schreiben und Gegenlesen von Alltags- und Medienaufzeichnungen, Arbeit an Hören, Sprache und Sound im Studio, Einblicke in aktivistische Arbeit auf Lesbos und choreografische try-outs.
Die choreografische Recherche zum Thema wurde außerdem durch das Begrenzt-Entgrenzt-Stipendium der Kunststiftung NRW gefördert, Taeyeon Kim performte Exzerpte der Recherche mit uns im Rahmen des Performance Garten Festivals 2020

Aftermath

AMIRHOSSEIN MASHAHERIFARD
2019/20 Ringlokschuppen Ruhr/Tanztage Berlin
Mit Tanz, Sprache und Sound erzählt Aftermath von Ausnahmezuständen und deren Auswirkungen auf den Körper. Es gibt Ereignisse im Leben, die sich nicht umkehren lassen, Wendepunkte, nach denen es kein Zurück gibt. Sie verweigern sich jeder Erzählbarkeit – doch Erinnerungen wollen geteilt werden, auch wenn es keine Worte dafür gibt. So wird das Schweigen zum Stottern, das Stottern zum Tanz. Ein Fortsetzungsroman im Körper, aus dem es kein Entrinnen gibt.
CHOREOGRAFIE, REGIE Amirhossein Mashaherifard PERFORMANCE, TANZ Elsa Artmann, Pooyesh Frozandeh DRAMATURGIE Shahab Anousha MUSIK Rasmus Nordholt-Frieling TEXT Philipp Blömeke VIDEO Anooshiravan Aria ASSISTENZ Johanna Koeck PRODUKTIONSLEITUNG Gwendolin Lehnerer
Fotos: Robin Junicke

Nachrichtenhören

Zeichnung: Artmann&Duvoisin

#12
Vertieft in die eigene Lage

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Eine Anleitung zum Nachrichtenhören
aus dem Tanzstück "Umzug in eine vergleichbare Lage"
von Artmann&Duvoisin

Halb hängen, halb halten. Zurückgelehnt in die eigene Muskulatur. Wenn sich ein Zittern einstellt, ist das kein Zittern am Rand der Kraft. Es ist ein Problem des Gleichgewichts, des Arrangements. Geringe Auflage. Ein fester Zug, ein sehr empfindlicher Zug. Mehr als genug Kraft, um diesen fragilen Zustand zu erhalten. 

Heute: Vertieft in die eigene Lage

Bleibe in dieser Haltung. 
Schau dir genau an, wie deine Glieder sich anordnen. 
Wenn dein Blick in den Raum gerichtet bleibt, woher weißt du dann, in welcher Haltung du bist? 
Was gibt dir Auskunft über sie? Eine Dehnung, eine Anstrengung, eine Enge oder das Gefühl von Weite? Denke an den Knochen deines Skeletts entlang, um ihre Architektur im Raum zu verstehen. 
Dann gehe zu deinem Atem. Schau, was dir dein Atem über deine Lage sagen kann. Wo sich deine Lunge ausdehnen kann, und wo dein Atem an Grenzen stößt. Wenn du eine Asymmetrie feststellst, verändere sie nicht. Versuche nur, dir selbst die Situation so detailliert wie möglich zu beschreiben. Stell dir diesen Körper still vor. Stell dir vor, wie die Luft um diesen Körper sich um seine Härchen herum verdichtet, wie sie zu einem schweren, weichen Mantel wird, der den Körper mit Nachdruck in seine Form weist. Wie dieser Mantel sich dann lüftet und einer Masse Platz macht, Gips, der mit Spachteln auf die stille Form geschlagen wird, feucht, dickflüssig und kühl, und langsam erhärtet. Der Raum, in dem sich dieser Körper befindet, entspricht jetzt genau seiner äußeren Kontur. Du schaust auf seine verspachtelte Außenfläche. 
Verharre bis zum Ende der Nachrichten. Dann verlasse die Form.

Die Reihe Nachrichtenhören entstand als Vermittlungsformat im Rahmen des Festivals tanz nrw 21. Weitere Infos zum Festival unter www.tanz-nrw-aktuell.de. "Umzug in eine vergleichbare Lage" wurde dort am 7. Mai um 20 Uhr online gezeigt.

Audio-Produktion: Annie Bloch
Sprecher*innen: Diana Treder, Samuel Duvoisin, Elsa Artmann

Zeichnung: Artmann&Duvoisin

#11
Der Tag in drei Sätzen

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Eine Anleitung zum Nachrichtenhören
aus dem Tanzstück "Umzug in eine vergleichbare Lage"
von Artmann&Duvoisin

Ich weiß, dass alles zwei Seiten hat.
Ich weiß, dass alles zwei Seiten hat. Wenn
ich etwas weiß, dann, dass alles zwei Seiten hat. Wenn
ich etwas hasse, dann, dass alles zwei Seiten hat, die wissen. Wenn
ich etwas hasse, dann sind das alles zwei Seiten. Wenn
ich etwas hasse, dann sind das Menschen, die wissen, wo ihre Seiten sind. Wenn
ich etwas hasse, dann sind das Menschen, die wissen, wo ihre Grenzen sind.

Heute: Der Tag in drei Sätzen

Suche drei verschiedene Sätze des heutigen Tages zusammen. 

1. Einen Sinnspruch, den du auf einer Werbung, auf einem Teebeutel oder auf Social media gelesen oder gehört hast
2. Einen Satz aus den aktuellen Nachrichten
3. ein neuer Gedanke, den du heute gedacht hast.

Schreibe den ersten ganz oben auf ein Blatt, den zweiten genau in die Mitte den dritten ganz unten hin. Stelle in den Zwischenräumen jeweils in mehreren ganzen Sätzen Übergänge her, die vom einen zum anderen Satz führen, indem Du Worte weglässt und dazu nimmst. Stricke Dich so von einem zum nächsten Satz. Lies dir die ganze Seite vor, wenn Du fertig bist. 
Suche unter den neuen entstandenen Sätzen nach besonders wahren und besonders falschen Aussagen.

Die Reihe Nachrichtenhören entstand als Vermittlungsformat im Rahmen des Festivals tanz nrw 21. Weitere Infos zum Festival unter www.tanz-nrw-aktuell.de. "Umzug in eine vergleichbare Lage" wurde dort am 7. Mai um 20 Uhr online gezeigt.

Audio-Produktion: Annie Bloch
Sprecher*innen: Diana Treder, Samuel Duvoisin, Elsa Artmann

Zeichnung: Artmann&Duvoisin

#10
Wie ein Schwamm

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aus dem Tanzstück "Umzug in eine vergleichbare Lage"
von Artmann&Duvoisin

Was tun, wenn die anderen Dich nicht interessieren? Was ist, wenn nichts dich betroffen macht? Du kannst die starken Gefühle, die du deinen eigenen Belangen gegenüber hast, nach außen kehren und der Welt überstülpen. Du baust deine Einfühlung mit dir selbst aus, in den Raum hinein.

Heute: Die Nachrichten hören wie ein Schwamm

Deine körperliche Struktur ist das Gewebe eines Schwamms, das in Kontakt mit Feuchtigkeit weich wird und sich weitet. Dabei ist diese Feuchtigkeit der Sound der Nachrichten, die Stimme des Sprechers*der Sprecherin. Du nimmst ungefiltert auf und beobachtest, was die Substanz mit deiner Struktur macht: ob sie verklebt, durchspült, zerreißt usw. Du entleerst dich von Zeit zu Zeit, indem du dein Gewebe zusammenpresst. Du beobachtest die Deformation deines Körpers so detailliert wie möglich, bevor du dich wieder vollsaugst. 

Die Reihe Nachrichtenhören entstand als Vermittlungsformat im Rahmen des Festivals tanz nrw 21. Weitere Infos zum Festival unter www.tanz-nrw-aktuell.de. "Umzug in eine vergleichbare Lage" wurde dort am 7. Mai um 20 Uhr online gezeigt.

Audio-Produktion: Annie Bloch
Sprecher*innen: Diana Treder, Samuel Duvoisin, Elsa Artmann

Zeichnung: Artmann&Duvoisin

#09
Zweite Stimme

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aus dem Tanzstück "Umzug in eine vergleichbare Lage"
von Artmann&Duvoisin

An der Stelle, an der wir vor Kurzem LEBEN RETTEN GRENZEN AUF mit Kreide auf die Straße geschrieben haben, haben jetzt Kinder mit Kreide was gezeichnet, ein Hüpfspiel, dann einfach die Steine angemalt und dann steht da noch:
Kein Rassismus!
Darunter ein durchgestrichenes Hakenkreuz,
darunter ein trauriges Gesicht.

Heute: Zweite Stimme

Begleite die Sprecherin*den Sprecher, indem du, mit dem Ohr nah am Radio, die Meldungen zeitgleich mitsingst. Überspringe einige Passagen durch deine melodiöse Interpretation, um immer wieder aufzuholen. Entscheide dabei je nach Inhalt der Meldung, ob du eine atmosphärische Untermalung/Verstärkung hinzufügst oder die erste Stimme mit deinem eigenen Körper übertönst.

Die Reihe Nachrichtenhören entstand als Vermittlungsformat im Rahmen des Festivals tanz nrw 21. Weitere Infos zum Festival unter www.tanz-nrw-aktuell.de. "Umzug in eine vergleichbare Lage" wurde dort am 7. Mai um 20 Uhr online gezeigt.

Audio-Produktion: Annie Bloch
Sprecher*innen: Diana Treder, Samuel Duvoisin, Elsa Artmann

Zeichnung: Artmann&Duvoisin

#08
Lauschen

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aus dem Tanzstück "Umzug in eine vergleichbare Lage"
von Artmann&Duvoisin

Der Wiener Platz ist erfüllt von den Geräuschen der Menschen, die sich an seinen Rändern aufhalten, die auf den Treppen und Bänken sitzen. Seine riesige Fläche mit den in den Boden eingebauten Leuchtpunkten ist leer bis auf uns. Der Sound ist ein beruhigender, menschlicher, aus Stimmen und Bewegung. Leises Rufen und Unterhaltungen außer Verstehensweite, ein- und aussetzende Musik. Nachts sieht der Platz aus wie ein Theater, die drei Eingänge in die U-Bahn wie Gassen, die Brunnenskulptur, diese unterbrochene Treppe, durch deren unregelmäßige Mitte zu bestimmten Zeiten im Jahr Wasser plätschert, wie eine Tribüne. Es gibt so viel Platz. Klar, der Boden ist hart. 

Heute: Lauschen

Bitte deine Nachbar*in, die Nachrichten anzuschalten. Lege dann dein Ohr an die Wand und höre mit.

Die Reihe Nachrichtenhören entstand als Vermittlungsformat im Rahmen des Festivals tanz nrw 21. Weitere Infos zum Festival unter www.tanz-nrw-aktuell.de. "Umzug in eine vergleichbare Lage" wurde dort am 7. Mai um 20 Uhr online gezeigt.

Audio-Produktion: Annie Bloch
Sprecher*innen: Diana Treder, Samuel Duvoisin, Elsa Artmann

Zeichnung: Artmann&Duvoisin

#07
Wichtig und Nah

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aus dem Tanzstück "Umzug in eine vergleichbare Lage"
von Artmann&Duvoisin

Ich bin versonnen, ich kreise um mich selbst, ich übe, ich drohe Gewalt an. Störe diese Ruhe nicht. Meine Ruhe ist bewaffnet. Ich bin bewaffnet mit meinen Bedürfnissen. Ich habe mich bereits in die letzte Bastion zurückgezogen und akzeptiere dort keine Irritation. 

Heute: Wichtig und nah, unwichtig und nah, wichtig und fern, unwichtig und fern

Bereite ein Diagramm vor. Ein Pfeil verläuft von unwichtig zu wichtig, der andere von nah zu fern. markiere die einzelnen Meldungen als Punkte in deinem Diagramm. Verbinde diese Punkte und schaue, welche Formen sich daraus ergeben. 

Die Reihe Nachrichtenhören entstand als Vermittlungsformat im Rahmen des Festivals tanz nrw 21. Weitere Infos zum Festival unter www.tanz-nrw-aktuell.de. "Umzug in eine vergleichbare Lage" wurde dort am 7. Mai um 20 Uhr online gezeigt.

Audio-Produktion: Annie Bloch
Sprecher*innen: Diana Treder, Samuel Duvoisin, Elsa Artmann

Zeichnung: Artmann&Duvoisin

#06
Wie eine Tänzerin

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aus dem Tanzstück "Umzug in eine vergleichbare Lage"
von Artmann&Duvoisin

Unser heutiger Versuch ist inspiriert von Simone Fortis Arbeit "News Animation". Darüber sagt sie in ihrem Buch Mit dem Körper denken: "Als Tänzerin sehe und verstehe ich die Dinge durch Bewegung. Ich sehe sogar die Nachrichten als Spannungen, Verkeilungen und Gleichgewichtsverlagerungen, überhaupt verwendet Nachrichtenmediensprache so viele Begriffe aus der physikalischen Dynamik: der Dollar im freien Fall, Libanon auf der schiefen Ebene, Iran schickt Menschenwellen gegen die angreifende iraker Armee etc.“

Heute: Die Nachrichten hören wie eine Tänzerin

 Höre die Nachrichten als Beschreibung eines Tanzes. Suche nach den Spuren von Körpern in der Nachricht. Untersuche die Worte auf Andeutungen von Bewegung oder das Verhalten eines Körpers hin. Zum Beispiel: Welle, Zusammenbruch, fallende Kurse, Bewegungsradius einschränken, Schock. Reinszeniere diese Handlungen und Zustände gestisch in dem Raum, in dem du dich befindest. 

Die Reihe Nachrichtenhören entstand als Vermittlungsformat im Rahmen des Festivals tanz nrw 21. Weitere Infos zum Festival unter www.tanz-nrw-aktuell.de. "Umzug in eine vergleichbare Lage" wurde dort am 7. Mai um 20 Uhr online gezeigt.

Audio-Produktion: Annie Bloch
Sprecher*innen: Diana Treder, Samuel Duvoisin, Elsa Artmann

Zeichnung: Artmann&Duvoisin

#05
I hear you

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aus dem Tanzstück "Umzug in eine vergleichbare Lage"
von Artmann&Duvoisin

In den Lücken treten auf: ein Paar mit Hunden, eine Gruppe junger Männer, ein tätowierter Lehrer mit Sonnenbrille, zwei Abiturientinnen, ein Junge in einem Einkaufswagen, ein Nachbar, der seine Hände knetet, ein Jogger, ein Mann auf dem Heimweg, eine Frau im Eingangsbereich eines Zuges, zwei Polizisten, noch ein junger Mann, der joggt, ein großer Junge, der singt, Angehörige deutscher Tourist*innen, ein Anderer, der vorübergeht, Khadi, die lacht, um die Nachrichten zu übertönen,  ein glatzköpfiger Mann in der Sonne, der dort zwei Tage liegt, sich aber einmal um sich selbst dreht und deshalb am Leben sein muss, Hannah Arendts Tisch, 50 unbegleitete Kinder

Heute: I hear you

Höre dreimal am heutigen Tag die Nachrichten desselben Senders. Markiere dabei die Meldungen und Ereignisse jeweils einzeln mit kleinen Gegenständen auf dem Boden, einem Tisch oder deiner Arbeitsfläche. Merke dir, welcher Gegenstand für welche Meldung steht. Beobachte über den Tag hinweg, welche Nachrichten bleiben, welche dazukommen und welche bis zum Abend wieder verschwunden sind, indem Du Dinge hinzufügst, wegnimmst, verknüpfst oder verschiebst. Abschließend frage dich, ob es ein Thema gibt, das du in den heutigen Nachrichten vermisst hast. Füge es durch einen Gegenstand hinzu. 

Die Reihe Nachrichtenhören entstand als Vermittlungsformat im Rahmen des Festivals tanz nrw 21. Weitere Infos zum Festival unter www.tanz-nrw-aktuell.de. "Umzug in eine vergleichbare Lage" wurde dort am 7. Mai um 20 Uhr online gezeigt.

Audio-Produktion: Annie Bloch
Sprecher*innen: Diana Treder, Samuel Duvoisin, Elsa Artmann

Zeichnung: Artmann&Duvoisin

#04
Mitgefühl

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aus dem Tanzstück "Umzug in eine vergleichbare Lage"
von Artmann&Duvoisin

Ist jetzt der Zeitpunkt für gewaltfreie Kommunikation mit Entscheidungsträger*innen? Muss nur jemand den richtigen Ton treffen und Horst Seehofer bricht in Tränen aus, fängt an zu zittern, muss sich übergeben, fastet ein paar Tage und schüttelt dann Frau Rackete die Hand?
Die Sirene sagt: Hier sollen alle gemeint sein, alle. Die Sirene beschreibt in vollkommener Einfühlung mit sich selbst und vollkommener Verkennung der Verhältnisse, was alle Menschen gemeinsam haben: When the nights are getting cold / we are all players in the game! 

Heute: Mitgefühl

Stell dir vor, dass dein Radiogerät von den Meldungen, die es überbringt, zutiefst bewegt ist. Es ist in den Jahren seines bisherigen Lebens durch die stündlichen Berichte in keiner Weise abgestumpft, sondern immer wieder aufs Neue erschüttert, euphorisch und von Resignation erfasst. Seine Affekte sind dabei absolut gleichmäßig: Spielstände der Bundesliga berühren es im gleichen Maß wie ein Waffenstillstand. Sein Dasein als Maschine ermöglicht es deinem Radiogerät, sein eigenes Betroffensein weder dosieren noch zum Ausdruck bringen zu müssen. 

Die Reihe Nachrichtenhören entstand als Vermittlungsformat im Rahmen des Festivals tanz nrw 21. Weitere Infos zum Festival unter www.tanz-nrw-aktuell.de. "Umzug in eine vergleichbare Lage" wurde dort am 7. Mai um 20 Uhr online gezeigt.

Audio-Produktion: Annie Bloch
Sprecher*innen: Diana Treder, Samuel Duvoisin, Elsa Artmann

Zeichnung: Artmann&Duvoisin

#03
Nahwelt Report

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Eine Anleitung zum Nachrichtenhören
aus dem Tanzstück "Umzug in eine vergleichbare Lage"
von Artmann&Duvoisin

Die Baumkronen gegen das sich trübende Licht. Zwei kommen mit lauterer Musik vorbei. Es dauert eine Weile, bis ich den leisen Gesang aus seinem Handy wieder höre. Die Laternen sind an.

Heute: Nahwelt Report

Stell dich an ein offenes Fenster. Beobachte, was sich in der Zeitspanne der Nachrichten vor deinem Fenster ereignet. Sprich einen live-Report über das Geschehen vor deinem Fenster, während die Nachrichten laufen.  Suche nach Überschneidungen des in den Nachrichten beschriebenen Geschehens mit den Ereignissen vor deinem Fenster. 

Die Reihe Nachrichtenhören entstand als Vermittlungsformat im Rahmen des Festivals tanz nrw 21. Weitere Infos zum Festival unter www.tanz-nrw-aktuell.de. "Umzug in eine vergleichbare Lage" wurde dort am 7. Mai um 20 Uhr online gezeigt.

Audio-Produktion: Annie Bloch
Sprecher*innen: Diana Treder, Samuel Duvoisin, Elsa Artmann

Zeichnung: Artmann&Duvoisin

#02
Selfcare und Weltlage

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Eine Anleitung zum Nachrichtenhören
aus dem Tanzstück "Umzug in eine vergleichbare Lage"
von Artmann&Duvoisin

Der Badewannenversuch ist ein Experiment darüber, wie viel du vom Geschehen in der Welt hörst, während du in deine eigene Lage abtauchst. Deine eigene Lage ist natürlich auch davon bestimmt, ob du überhaupt eine Badewanne hast, oder nicht. Wenn nicht, ist die Herausforderung dieser Übung, dir die Bewegung des Wassers in dir umso ohrenbetäubender vorzustellen. 

Heute: Selfcare und Weltlage

Variante 1, mit Badewanne:
Lass dir eine Badewanne ein. Bevor Du hineinsteigst, schalte die Nachrichten an. Schnappe etwas von den Nachrichten auf, tauche ab und blubbere den Nachrichtenfetzen unter Wasser raus. Tauche wieder auf und wiederhole den Vorgang.
Pass auf dich auf, kein gefährlicher Ehrgeiz, bitte!

Variante 2, ohne Badewanne
Schenk Dir ein Glas Wasser ein. Schalte die Nachrichten an. Trinke währenddessen das Glas Wasser Schluck für Schluck und verfolge aufmerksam, wie das Wasser von deinem Mund in deinen Magen fließt und dort gluckert.

Die Reihe Nachrichtenhören entstand als Vermittlungsformat im Rahmen des Festivals tanz nrw 21. Weitere Infos zum Festival unter www.tanz-nrw-aktuell.de. "Umzug in eine vergleichbare Lage" wurde dort am 7. Mai um 20 Uhr online gezeigt.

Audio-Produktion: Annie Bloch
Sprecher*innen: Diana Treder, Samuel Duvoisin, Elsa Artmann

Zeichnung: Artmann&Duvoisin

#01

Auf der Suche nach einer gemeinsamen Form

Sie hören
Eine Anleitung zum Nachrichtenhören
aus dem Tanzstück "Umzug in eine vergleichbare Lage"
von Artmann&Duvoisin

absolutely everybody 
everybody everybody 
absolutely everybody 
everybody needs a human touch 
everybody needs a helping hand 
everybody needs one true friend 

Heute: Auf der Suche nach einer gemeinsamen Form

Zu Beginn der Nachrichten halte einen Moment in deiner Tätigkeit inne und beobachte, in welcher körperlichen Haltung du dich befindest. Mache dann drei kleine Anpassungen in deiner Haltung: 

1. Suche eine Auflagefläche für deine linke Hand
2. neige deinen Kopf leicht nach rechts
3. verlagere dein Gewicht etwas nach vorne. 

Beobachte deine Haltung nun möglichst detailliert. Denke an die anderen Menschen, die in genau dieser Haltung genau diese Nachrichten hören. Wie fühlt sich diese Haltung für einen anderen Körper an? Wie nehmen diese anderen die Nachrichten auf? Kommentieren sie die Meldungen, atmen sie auf, gibt es etwas, das sie bestürzt oder das sie überhören? 

Wenn du deine Haltung wieder verlässt, versuche, diese anderen Personen dabei mitzunehmen, wie ein Chor fahrt ihr jetzt in euren Handlungen gemeinsam fort. 

Die Reihe Nachrichtenhören entstand als Vermittlungsformat im Rahmen des Festivals tanz nrw 21. Weitere Infos zum Festival unter www.tanz-nrw-aktuell.de. "Umzug in eine vergleichbare Lage" wurde dort am 7. Mai um 20 Uhr online gezeigt.

Audio-Produktion: Annie Bloch
Sprecher*innen: Diana Treder, Samuel Duvoisin, Elsa Artmann

über uns

ELSA ARTMANN UND SAMUEL DUVOISIN arbeiten seit 2015 an performativen und installativen Formaten im Theater- und Kunstkontext. Themen ihrer Arbeit sind Formate und Konzepte gesellschaftlichen Zusammenlebens wie die Kleinfamilie, Wohnen und Arbeit. Dabei begleiten sie Fragen nach kollektiver Komposition und geteilter Autor*in-nenschaft ebenso wie nach dem politischen Gehalt tänzerischer Tätigkeit. Mit ihrem Stück „Hätten Sie von sich aus die Familie erfunden?“ waren sie 2019 für den KunstSalon-Theaterpreis nominiert, mit „Interior Parkour“ für den Max-Pechstein-Förderpreis der Stadt Zwickau. 2019 luden sie sich mit „Pressspan“ zu Kurzresidenzen in die Wohnungen von Mieter*innen in Köln-Mülheim ein und erarbeiteten ein Bühnenstück, das Wohnverhältnisse als Marker gesellschaftlicher Ungleichheiten behandelt. „Pressspan“ gewann den KunstSalon-Theaterpreis 2020.

Ihre jüngste Produktion "Umzug in eine vergleichbare Lage", die im März 2021 im tanzhaus nrw Premiere hatte, befasst sich mit dem körperlichen Bezeugen medial vermittelter Gegenwart. Ihre Ausbildung erhielten sie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und am Zentrum für Zeitgenössischen Tanz Köln. Neben den Tänzer*innen Diana Treder und Anne-Lene Nöldner arbeiten sie kontinuierlich mit der Medienkünstlerin Ale Bachlechner und der Grafikerin Ondine Pannet zusammen.

Artmann&Duvoisin kooperieren gemeinsam und als Einzelpersonen mit anderen Künstler*innen und unterrichten in verschiedenen Formaten künstlerische Praxis zwischen Zeichnung und Bewegung.


Kontakt

Elsa Artmann&Samuel Duvoisin GbR
Wrangelstraße 6
D- 51065 Köln
0221 96266686
artmann.duvoisin@gmail.com

instagram @artmannundduvoisin


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